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NATURERLEBNISSE

Kräuterpädagogin Christine Garibasch

Die Natur ist zur Ruhe gekommen


Die Natur ist zur Ruhe gekommen. "Zur Ruhe kommen" ist ein Bedürfnis, dass auch uns in der dunklen Jahreszeit, überaus bekannt vorkommen dürfte.


Zeit also für Rückzug, liebevollen Umgang untereinader und für Rituale. Und sei es die Zuwendung, hin zum Kochen und seinen kulinarischen Highligths.


Ich hatte ja versprochen, Dir und meinen weiteren Natur-Freundinnen, mehr über wertvolle und heilsame Saaten, Wurzeln, Früchte und Gewürze nahezubringen. Die eine oder andere fruchtige oder würzige Überraschung kann man immer noch draußen in der Natur absammeln. Letzte Früchte von Boden, Baum und Strauch sind definitiv noch zu finden.  

In den kommenden Wochen gehen wir alten Begriffen auf den Grund und klären was es beispielsweise mit "Essigträubel", "Sauerweinbeerl" oder "Weinzipferl" auf sich hat. Aber auch Hilfreiches für Wehwehchen, wie „Magentröster“ und „Erkältungströpfchen“ oder "Oxymel" und Defrutum stehen auf dem Programm. Alte Hausmittel und Küchengeheimnisse, sind neu interpretiert und mit neuen wissenschaftlichen Erkenntissen ergänzt, damit sie stimmig sind und ganz leicht in meinen und auch in Deinen Alltag passen. So manches davon kann auch im Winter geerntet werden, lass Dich überraschen. 

Touren und Workshops im Winter


Auf allen Touren und Workshops gibt es wieder Tipps und Anleitungen für die Küche und die Hausapotheke. Begleite mich und entdecke die winterliche Natur neu. Garantiert, tust Du so etwas für Dein Wohlergehen und Ermattungserscheinungen des langen Winters zeigst Du schnell die  „rote Karte“!

Fader grauer Winter?  Nicht mit mir!


In kleiner Runde stellst Du heilsame und wohltuende Essenzen her, machst guten Liköransatz, wohltuende Schnäpsle, abwehrstärkende Tinkturen und Heilwein. Der HIT sind meine immunstärkenden und fruchtig-frischen Elixiere ohne Alkohol. Neue Kursangebote wie „Fit mit Defrutum, Oxymel und meinen Nothelfer-Tropfen" gehen darauf ein. Noch nichts gehört davon? Lass Dich überraschen!


Wärmende und stimulierende Gewürze und weiter verarbeitete Früchte

haben nun Hochsaison


Im Winter, besonders in den dunkelsten Monaten, haben kräftige und stark dominierende Gewürze und verarbeitete Früchte Hochsaison, denn wir verlangen nach Wärme und Gewürze wärmen uns von innen und hellen die Stimmung auf. Die Früchte nähren uns und bereiten uns wärmende und erfrischende kulinarische Erlebnisse. Dies gilt übrigens nicht nur für die in der Weihnachtsbäckerei typischen Gewürze und getrocknete Früchte wie Datteln, Feigen, Rosinen oder Zimt, Anis, Fenchel, Piment und Kardamom, aber davon ein anderes Mal mehr.


Wer mich kennt der weiß es längst. Nicht nur Kräuter, Blätter, Blüten, Nadeln, Saaten und Wurzeln faszinieren mich, sondern eben auch  Gewürze. Süßes, Bitteres, Herbes, Scharfes, gerne Saures. Kurz, langweiliges Einerlei gibt es bei mir nicht! Umso besser, wenn sich beides kombinieren lässt oder durch heimisches Wildobst, Saaten, Kräuter und mehr, ganz easy und raffiniert ersetzen lässt. Ganz wunderbar kannst Du so über weite Strecken Importiertes und damit oft mit Pestiziden hoch belastete Würzmittel ersetzen.


Ganz nebenbei, machst Du die Erfahrung wie leicht es ist, dank der superpraktischen & supergesunden DIY Produkte, in deinem Haushalt ohne lästigen Verpackungsmüll & ohne Chemie auszukommen. Schone deine Geldbeutel und werte deine Küche auf. Denn alles gelingt leicht & schnell, ist garantiert unverpackt & umweltfreundlich und dazu haltbar & kostengünstig. 


Wie gewohnt, findest Du Tipps für Garten, Leib und Seele im neuen Pflanzenportrait mit Rezepten. Dieses Mal habe ich mich der Gewöhnlichen Berberitze (Berberis vulgarisgewidmet  - Ein heute weitgehend unbekannter Strauch mit gelben Blütentrauben und leuchtend-roten Früchtchen und überraschenden Eigenschaften. 


Meine Wanderungen und Workshops bis ins kommende Frühjahr, findest Du HIER


Viel Spaß beim Stöbern meiner Pflanzenschätze und Rezepte!


wünscht Dir


Christine

                    Pflanzenportrait

                    @Wildwerd’s Naturerlebnisse Christine Garibasch  

Die Gewöhnliche Berberitze

(Berberis vulgaris) 

@Wildwerd's Naturerlebnisse


Auch Sauerdorn, Essigbeere, Echte Berberitze 


Familie: Berberidaceae (Berberitzengewächse)

Volkstümliche Namen: Essigträubel, Sauerweinbeerl oder Weinzipferl, Baißlbia, Reißbeere, Saurach, Spiessdorn oder Dreidorn.

          „Kein Feuer kann sich mit dem Sonnenschein

           eines Wintertages messen“                                           

Henry David Thoerau

                                                          


Du willst wissen, wie der Winter wird?

Dann werfe einen etwas genaueren Blick auf unsere heimische Berberitze. Denn, sind die Früchte kurz und dick, folgt ein kurzer, aber strenger Winter. Sind sie dagegen eher lang und dünn, steht ein zwar langer aber milder Winter bevor. So ist das zumindest in alten Überlieferungen zu finden. Wenn Du neugierig geworden bist und mehr über diese Dornenbewährte, doch wunderbare und vielseitig einsetzbare Strauchfrucht erfahren willst, dann geht es hier im Pflanzenportrait für Dich weiter.



Wilde Berberitze: vielseitig, schmackhaft, in unseren Hecken heimisch, dennoch unbekannt!


Sauer macht lustig

Eigentlich zählt die Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris) ja zu den Giftpflanzen, dass gilt aber nicht für deren kleine Früchte, die eine wahre Vitaminbombe sind. Bei uns ist die auch als Sauerdorn bezeichnete Pflanze den wenigsten bekannt. Das ist schade und unverdient! Vielleicht wecke ich ja mit meinem neusten Pflanzen-Porträt Deine Neugier. Vor allem deren kleine länglich-ovalen und köstlichen Beerenfrüchte, haben es mir schon länger angetan. Übrigens stellten die leuchtend-roten Beeren schon in Urzeiten eine echte Bereicherung in der Küche dar und wurden fleißig auch zu heilkundlichen Zwecken genutzt. Volksnamen wie Sauerweinbeerl oder Weinzipferl weisen zurecht auf ihre herausragende Eigenart hin, denn die Früchte schmecken  fruchtig-frisch, vor allem sauer. Auch geben diese Bezeichnungen Hinweise auf die frühere Verwendung, denn sie waren Säuerungsmittel anstatt von Zitronen und auch Ersatz für Wein. Meist kannte und schätzte man sie als „Zitrone des Nordens“. 


Brauchtum

Lange Zeit galten die dornigen Berberitzen-Zweige als dämonenabwehrend und wurden in Haus und Stall aufgestellt. Kleinkindern erleichterte man das Zahnen, indem man ihnen ein Säckchen mit Berberitzen-Beeren umhängte. In der österreichischen Monarchie kannte man einen Teezusatz aus den Früchten. Sehr beliebt waren saure Bonbons, genannt Weinscharl, welche übrigens auch heute noch bei der k.u.k. Hofzuckerbäckerei Demel erhältlich sind. Die Berberitze ist eine traditionelle Färberpflanze. Mit der Wurzel- und Stammrinde färbte man unbehandelte Wolle, Baumwolle und Seide leuchtend-gelb ein. Auch zum Gerben von Leder wurde der Sauerdorn eingesetzt. Nürnberger Holzspielzeug war zuweilen mit einemaus der Rinde gewonnenem Farbstoff bemalt. Der aus den Früchten gepresste Saft färbte Leder, Wolle, Baumwolle, Leinen und Seide. Ohne Beize sorgte das für ein schönes Rosenrot, mit Zinnbeize verstetzt, erzielte man dagegen einen karmesinroten Farbton. man nutzte den Saft auch als Tinte und Lebensmittelfarbe. Lange Zeit pflanzten die Bauern Berberitzen-Hecken als Abgrenzung zwischen ihre Felder. Als man erkannte, dass der Sauerdorn Zwischenwirt des Schwarzrostes (Puccina gramminis), eines getreideschädigenden Pilzes ist, fielen in den 1960er Jahren in Deutschland die meisten Berberitzen einer groß angelegten Rodungsaktion zum Opfer.


In der Naturheilkunde

Bereichernde Wildfrucht: Berberitzenessig, Berberitzenwein und der überaus vitaminreiche Fruchtsaft schmecken nicht nur köstlich, sondern sie versorgen Dich vor allem mit wertvollem Vitamin-C, Carotinoide und Anthozyanen. Wegen der Verwechslungsgefahr mit ungenießbaren oder gitftigen Berberitzenarten, die auf den ersten Blick manchmal sehr ähnlich erscheinen, kannst Du die Beeren in getrockneter Form im Lebensmittelhandel erwerben, wenn du dir nicht wirklich sicher bist die richtige Art zu sammeln. Bei Verwechslungen handelt es sich meist um Zierformen wie der Thunberg-Berberitze, die oft in Gärten und Parks zu finden ist. Hinweis: Früchte von nicht essbaren Berberitzenarten sind mehlig-geschmacklos. 

Die Dosis macht bekanntermaßen das Gift, denn unsere Vorfahren setzten die giftige Berberinhaltige Wurzel der Berberitze bei Leberfunktionsstörungen und Verdauungsstörungen aber auch bei Fieber ein, ebenso bei Entzündungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleischs. Hierzu trug man eine Lösung mit Berberitzenbeerensaft lokal auf. Kräuterpfarrer Kneipp empfahl beispielsweise einen Teeaufguß aus den Wurzeln bei Gallensteinen, bei Leberbeschwerden oder gegen Gelbsucht. 

Die amerikanischen Ureinwohner, nutzten die Beeren des Sauerdorns als Mittel gegen allgemeine körperliche Schwäche und zur Appetitsteigerung. Unter den Stämmen bereitete man eine Kraft- und Reisenahrung aus getrocknetem Fleisch zu. Dieser als Pemmikan bezeichnete Notnahrung, wurden oft auch Sauerdornbeeren beigemischt. Alten Überlieferung zufolge, wiesen Söldner, die einen Winter lang nur erbeutetes Pemmikan zu essen hatten, im Gegensatz zu früher, keine der sonst üblichen Mangelerscheinungen (Skorbut = Vitamin-C-Mangelerscheinung) auf. Bei uns war die Pflanze eher als bitteres Tonikum bekannt, man verwendete den Sauerdorn als Mittel zur Verdauungsanregung.

Rohe Berberitzenfrüchte sind sehr Vitamin-C haltig und können in der alltäglichen Ernährung eine gesundheitssteigernde Wirkung entfalten und vorbeugend gegen Entzündungen und Infekte wirken.

Denke aber daran: Nur die Beeren sind essbar, alle weiteren Pflanzenteile sind giftig. Vorsicht: Die Berberitze hat eine abführende Wirkung und kann die Nieren reizen (Oxalsäurehaltig)! Unreife Früchte enthalten ebenfalls Gifte.


Inhaltsstoffe: Enthält das giftige Alkaloid Berberin (ausser Früchte) In den Früchten: u. a. Carotinoide, Fruchtsäuren, Oxalsäure, sehr viel Vitamin C, Anthocyane, Zucker und Pektin. 


Im Garten 

Wenn Du auf heimische Pflanzen setzt, ist die gewöhnliche Berberitze mit ihren dekorativen Beeren und dem bunten Herbstlaub ein Muss für dich! Denn sie ist ein wichtiges Schutz- u. Nährgehölz für Vögel, Schmetterlinge und Kleintiere. Da sie sich für einen eingeschränkten Formschnitt eignet, macht sie sich auch gut als kleine Hecke am Rand des Bauern- oder Gemüsegartens oder als Kübelpflanze.


Wissenswertes

Unglaubliche Vermehrungs- und Überlebensstrategien: Die leuchtenden Beeren werden von Vögeln und Tieren gefressen. Durch deren Ausscheidungen finden die unverdaulichen Samen ihre Verbreitung. Die Berbeitze ist ein sogenannter Fremdbestäuber, bleibt der Insektenbesuch allerdings aus, berühren beim Verwelken der Blüte die Staubbeutel von alleine die Narben, dadurch kommt es zur Selbstbestäubung. Die Gewöhnliche Berberitze ist ein Tiefwurzler mit aussläuferbildendem Wurzelsystem. Diese Eigenschaft macht den Sauerdorn zum Pioniergehölz, der selbst auf extremen Standorten gedeiht.
Einer Studie zufolge ist Berberis vulgaris in der Lage, bei einem Insektenbefall durch die Sauerdorn-Bohrfliege (Rhagoletis meigenii) befallenen Samen abzutöten. Dabei unterscheidet die Pflanze sogar zwischen Früchten mit einem oder zwei Samen. Nur bei befallenen Früchten mit zwei Samen wird vorbeugend einer abgetötet, um so die Larve der Bohrfliege an der Entwicklung und dem unweigerlichen Auffressen beider Samen zu hindern. Sobald nur ein Same in der befallenen Frucht angelegt ist, unterbleibt das Abtöten des Samens, damit die Chance zur Fortpflanzung erhalten bleibt, falls die Larve aus anderen Gründen absterben sollte.

Vereinzelt, bleiben die Früchte bis zum Frühjahr hängen, da sie sogar für Vögel zu sauer schmecken und nur als Notfallreserve dienen. 

Der Strauch eignet sich wunderbar für biologische Bauweisen, zur Bodenbefestigung und wird gerne für Schutzpflanzungen eingesetzt. 

Das sehr harte zunächst gelbliche Holz, wird im Alter grünlich und wird von Kennern, noch Heute, für Intarsien und feine Drechselarbeiten verwendet. Der Wurzelsaft wird als Fluoreszenzfarbstoff in der Mikroskopie eingesetzt.


In der Küche

Was tun mit diesen sauren Früchtchen? Am besten verkochst Du die geschmacklich an Johannsibeeren erinnernden Beerenfrüchte zu Saft, Mus oder Marmelade. Getrocknet verwende ich sie in meiner ganz privaten Studentenfutter-Mischung, in Müsli oder für Gebäck, aber sie kann noch viiieeel mehr!

Denn in der orientalischen Küche spielen Berberitzen eine herausragende Rolle. Zum Beispiel zum Würzen von Reis, Fisch und Braten. Sie sind wertvoller Bestandteil vieler Würzmischungen, auch in der afrikanischen Küche. Ich verwende sie beispielsweise auch für alles, was nach dem Gewürz „Sumach“ verlangt, siehe Infobox weiter unten! 

Diese zu Gewürz verarbeiteten Früchte gibt es aber nicht in Bio-Qualität zu kaufen, bedingt durch viel laxere Qualitätsvorschriften anderer Länder, bringt das meist eine hohe Belastung an Pestiziden und weiterer Schadstoffe mit sich. Zusätzlich ist der Großsstrauch in unseren Breitengraden nicht Winterfest, es gelingt nur schwer hier erntereife Früchte hervorzubringen.

Und da mein Heilpflanzen- und auch Küchen-Motto ja eh lautet, „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“, ist die Wahl bei mir schnell klar. Kurz, ich liebe alles Außergewöhnliche, suche aber nach Möglichkeit immer heimische Alternativen. Diese sind für uns viel besser bekömmlich, unser „Stoffwechselgedächtnis“ kennt sie nämlich längst und kann sie daher besser verwerten. Weiter unten, habe ich Dir eine immunstimulierende Berberitzenfrucht-Tinktur eingestellt.


Alpenland rockt Orient

In der alpenländischen Küche, die uns bekanntlich immer einen Schritt voraus ist, findet man heutzutage wieder vielerlei Rezepte mit Berberitzen als Beigabe. Vom Gamsrücken mit Berberitze (statt Preiselbeere), Birne, Pfifferling und Spätzle bis zum Pilz-Berberitzen-Risotto oder der Poularde mit Polenta auf Wildkräuter-Berberitzenbeet.

Vieles davon und noch mehr an Eigenkreationen, habe ich schon ausprobiert. Mein Resume’ schlägt sich (wie immer, lach) in meinen Kursen nieder.

Denn die Berberitze hielt schnell Einzug in Workshops und beim Wildkräuterführerschein. Sie einzusetzen ist ganz leicht, denn wer in der Natur nicht fündig wird, kann sich leicht mit getrockneten Früchten behelfen und die gibt es auch im Bio-Handel.

Ich persönlich bin bekanntlich großer Fan von Süßspeisen und was soll ich sagen, Berberitzen schmecken einfach wunderbar in Desserts. Probiere doch mal Panna Cotta mit Kompott von Zierquitten und getrockneten Berberitzenbeeren oder selbst gemachten Pudding mit einem Sauerdorn-Spiegel. Ich setze Berberitzenbeeren auch als säuerlich-fruchtige Komponente für diverse Plätzchen- und Gebäckrezepte ein. Ganz Wagemutige dürfen mit den sauren Früchtchen experimentieren, indem sie beim Marmelade kochen auf die Zugabe von Pektin und Zitrone verzichten, denn beides beinhalten die Beeren zur Genüge. Eines meiner Lieblingsrezepte, findest Du weiter unten.

Wenn du also mehr wissen willst über die Berberitze, dann begleite mich auf eine meiner Führungen im kommenden Jahr oder  den Wildkräuterführerschein oder einen meiner Indoor-Kurse.


Vorkommen / Bestimmungsmerkmale

Die Gewöhnliche Berberitze gehört zu einer sehr artenreichen Gattung mit ca. 400 Anverwandten. Sie wird 1-3 m hoch und wächst bevorzugt an trockenen, kalkhaltigen Standorten (Waldränder, Gebüsche) und liebt es eher sonnig. Zu finden ist sie vor allem an sonnigen Waldrändern, in Gebüschen, Hecken, auch in lichten Eichen- und Kiefernwäldern.

Der von Mai bis Juni blühende Strauch ist Dornen bewährt. Die halbkugelig-glockig in traubigen Dolden erscheinenden, gelben Blüten, weisen sechs nektarproduziernde Kron- und Staubblätter auf. Typisch: Sie befinden sich in traubigen Blütenständen an buschig belaubten Kurztrieben mit bis zu 30 Einzelblüten, denen ein eher unangenehmer Geruch entströmt.

Die Dornen sind die besten Erkennungsmarke der essbaren Berberitzenart, denn sie stehen, zumindest in unserer näheren Umgebung, meist zu dritt in der Form ähnlich eines Schwertgriffes an den Blattachseln, können aber 1-7 Dornen an den Zweigen aufweisen.

Die Blätter sind oval, kurz gestielt und wechselständig angeordnet, am Rand sind sie bei genauer Betrachtung stachelig gesägt. Sie leuchten im Herbst auffällig gelb-orange bis leuchtend rot.

Die etwa 4 mm kleinen, länglich und auffällig orange bis dunkelroten Früchte/Beeren (ab September) enthalten bis 50 Samen. 


Verwechslungen: Kann es mit anderen Pflanzen der Gattung Berberis geben, welche giftig sein können. Berberitzen im besiedelten Raum zu entdecken, ist nicht allzu schwierig. Um Verwechslungen auszuschließen, bedarf es aber etwas Aufmerksamkeit im Detail. Verwechslungen kommen aufgrund der starken Ähnlichkeit meistens mit der in Gärten häufig kultivierten Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii) vor. Deren Blätter sind aber kleiner, nahezu ganz-randig und mit nur einem Dorn, ganz im Gegensatz zu der meist drei-siebendornigen mit stachelig gesägten Blättern versehenen Gewöhnlichen Berberitze (Berberis vulgaris), die essbare Früchte trägt. Beherzige aber immer meinen Rat, sammle nur in haushaltsüblichen Mengen und nur wenn Du ganz sicher bist, die richtige Pflanze vor dir zu haben.


Zu Teil II - Rezepte, scrolle einfach nach unten! 

Infobox

Gerbersumach (Rhus coriaria)

Beim Sumach handelt es sich um die getrocknete und vermahlene Fruchtschale des Gerbersumach (Rhus coriaria).


Nicht zu verwechseln mit dem in unseren Gärten häufig vorkommenden Essigbaum (Rhus typhina). 

Die Gewöhnliche Berberitze

(Berberis vulgaris)

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Auch Sauerdorn, Essigbeere, Echte Berberitze 


Familie: Berberidaceae (Berberitzengewächse)

Volkstümliche Namen: Essigträubel, Sauerweinbeerl oder Weinzipferl, Baißlbia.

Rezepte


Sauerdorn-Smoothie

Wirkt leicht Abwehrstärkend und sorgt für einen guten Start in den Tag.


Zubereitung: 2 Handvoll klein geschnittenen Äpfel und Orangen mit 2 EL frischen Sauerdornbeeren (alternativ 1 EL getrockneten Beeren) mit 1 Handvoll frischer Brennnesseltriebe und 250 ml Wasser vermengen und sehr fein ürieren (Zauberstab oder Hochleistungsmixer). Möglichst sofort genießen, am besten eine halbe Stunde vor dem Frühstück.


Persischer Juwelenreis

Die rubinrote Farbe der Berberitzen soll dem persischen Juwelenreis diesen so edlen Namen verpasst haben. Die frischen Granatapfelkerne blinken zusätzlich wie kleine Edelsteine hervor und verpassen der süßen Reispfanne mit Safran und Pistazien die fein-fruchtigen Frische und den letzten Knusperschliff.


Zutaten für 4 Portionen: 240 g Basmatireis, 2 EL Butterschmalz (alternativ Speiseöl), 1 Zwiebel, 1 Msp Kurkuma, 100 g getrocknete Berberitzen, 1 Esslöffel Olivenöl, 1 Prise Safranfäden, 1/2 Granatapfel, 20 g Pistazienkerne, 40 g Rohrzucker (alternativ Honig) oder nach Geschmack mehr, Salz zum Abschmecken.


Zubereitung: Den Reis gründlich waschen und ca. 45 Minuten in Wasser einweichen lassen. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Butterschmalz bei mittlerer Stufe erhitzen und die Zwiebeln ca. 3-4 Minuten goldgelb dünsten. Kurkuma, Kardamom und Berberitzen und Salz hinzufügen und ca. 1 Minute anbraten, dann beiseite stellen.


Die Safranfäden in 2 EL heißem Wasser ca. 10 Minuten einweichen. Den Reis in reichlich Salzwasser aufkochen und ca. 6-8 Minuten kochen lassen, dann abgießen und kalt abschrecken. Zusammen mit dem Olivenöl und dem Zucker zurück in den Topf geben und bei mittlerer Hitze 1-2 Minuten braten. Anschließend die Hitze reduzieren und die Berberitzenmischung mit Safran samt Einweichwasser hinzufügen und verrühren, mit Salz abschmecken.


Den Topf bei geringer Hitze 10-12 Minuten köcheln lassen, dann vom Herd nehmen und noch weitere 5 Minuten quellen lassen. Die Granatapfelkerne aus der Schale klopfen und vor dem Servieren über den Reis geben.


Und zuletzt

Vor einer Nutzung in Nahrungsergänzungsmitteln des Sauerdorns mit dem Inhaltsstoff Berberin (Bestandteil in Rinde/Wurzel) wird laut Verbraucherzentrale ausdrücklich gewarnt! Es gibt nicht genügend Informationen darüber, ob eine Verwendung von Berberitzeprodukten in medizinischen Mengen sicher und unbedenklich ist. Bekannt sind außerdem Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, bei Medikamenten die über die Leber abgebaut werden. Die Beeren sind in haushaltsüblichen Mengen auf dem Speiseplan unbedenklich. Nicht verwenden bei Nierenproblemen! Auf weiterreichende heilkundliche Anwendungen der Beeren, sollten Schwangere und Kinder verzichten. 


Die Selbstbehandlung mit Heilkräutern muss grundsätzlich mit dem Arzt oder Apotheker abgesprochen werden! Bei Allergien immer den Arzt fragen, auch vor Anwendung in der Küche! Generell ist Vorsicht geboten bei der Anwendung von ätherischen Ölen! Ratschläge und Tipps jedweder Art, dienen ausschließlich der Information. Risiken bei Anwendung trägt dementsprechend der/die NutzerIn. 

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Kräuterpädagogin Christine Garibasch

Gedanken zum Winter


Ein milder Wintertag

An jenes Waldes Enden, wo still der Weiher liegt
und längs den Fichtenwänden sich lind Gemurmel wiegt; 


wo in der Sonnenhelle, so matt und kalt sie ist, doch immerfort die Welle
das Ufer flimmernd küsst.

Wenn ich den Mantel dichte nun legen übers Moos, mich lehnen an die Fichte und dann auf meinem Schoß.

Gezweig' und Kräuter breiten, so gut ich's finden mag: Wer will mir's übel deuten, spiel ich den Sommertag?

Und hat Natur zum Feste nur wenig dargebracht: Die Luft ist stets die beste, die man sich selber macht.

Von Annette von Droste-Hülshoff


Viel Spaß beim Schmökern und beim Ausprobieren!

wünscht Dir


Christine

Und nun wünsche ich Dir viel Spaß beim Lesen und Ausprobieren!


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Mit den besten Grüßen

Christine

Zu den Quellenangaben gehts HIER

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CHRISTINE GARIBASCH