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NATURERLEBNISSE

Kräuterpädagogin Christine Garibasch

Endlich ist es soweit!


Der Frühling ist im vollen Saft und damit die vitalisierende grünkraft der Pflanzen, es sprießt und blüht in jedem Winkel.


3 x 3 Wildkräuter


Mit 3 x 3 Wildkräutern starteten unsere keltisch-germanischen Urahnen in das Frühjahr, um den Winter aus dem Körper zu vertreiben und um Kraft zu Tanken, für das neue Jahr! Die ersten heilkräftigen Wildkräuter werden schon immer zum Vitalisieren und zum Entschlacken genutzt. Heute nutzen wir dieses alte Wissen um die Grünkraft der frühlingsfrischen und zarten Wildkräuter, Blätter, Blüten und Nadeln wieder verstärkt.


Von fadem Geschmack keine Spur


Frühjahrskur klingt zunächst einmal gesund und weniger köstlich. Aber weit gefehlt, geschickt kombiniert lassen sich mit den jungen Wilden schmackhafte und supergesunde Gerichte zaubern In meinen Frühlingskusen geht es um Trinkkuren, die nicht abschrecken, sondern fruchtig-frisch und lecker schmecken.


Mein Frühjahrs-Pflanzenportrait habe ich in diesem Jahr der Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata), einem alten Würzkraut gewidmet, dass sich nicht ziert und ganz leicht am Geruch erkennbar ist, ohne große Verwechslungsgefahr wie beim Bärlauch.


Die Knoblauchsrauke ist das Kraut der Stunde


Und schon der Name verrät, wohin es geschmacklich geht. Wie alle Frühlingskräuter kommt sie voller Vitmaine, Mineralien und sekundärer Pflanzenstoffe daher. Entschlacken, entgiften, den Körper stärken und müde Beine munter machen kann richtig lecker schmecken.


Wenn Du mehr über die Knoblauchsrauke erfahren willst, dann scrolle einfach ein Stück weiter nach unten...


Viel Spaß beim Stöbern meiner Pflanzenschätze und Rezepte


wünscht Dir


Christine


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Gewöhnliche Knoblauchsrauke 

(Alliaria petiolata)


Familie: Kreuzblütengewächse (Brassiaceae)

Volkstümliche Namen: Lauchhederich, Waldknoblauch, Lauchkraut, Knoblauchhederich, Knoblauchsenf

Nicht nur der Bärlauch riecht und schmeckt nach Knoblauch


Kannst du dir nicht ausdenken: Denn trotz ihres an Knoblauch erinnernden Geruchs, ist die Pflanze „nicht mit dem Knoblauch (Allium sativum L.) verwandt!“ Wen wundert es da, dass die hochpragmatischen Vorfahren dieses Kraut als Knoblauchsrauke bezeichneten.  Bereits in der Steinzeit wurde die Knoblauchsrauke als Küchenkraut genutzt. „Salz der armen Leute“, ist ein gebräuchlicher Beiname früherer Zeiten. Die Knoblauchsrauke gehört zur Familie der „Kreuzblütler“, aus der die ganze Vielfalt der heutigen Kohlsorten entstanden ist. Der wissenschaftliche Name „Alliaria“ ist abgeleitet von „Allium“, was soviel wie „Lauch, Zwiebel“ bedeutet. „Alliaria petiolata“ war früher ein anerkanntes Heilmittel und trug deshalb den wissenschaftlichen Namen „Alliaria officinalis“.

 

5000 Jahre alte Funde von Kochstätten zeigen an, dass die Knoblauchsrauke schon früh bekannt war. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war die Knoblauchsrauke eine angesehene Gewürzpflanze. Vor allem gewöhnliche Menschen nutzen die Würzkraft des Krautes, da für sie Gewürze aus fernen Ländern unerschwinglich waren.

 

Im Mittelalter wurde die Knoblauchsrauke in den Gärten angebaut. Man verwendete die vitamin- und mineralstoffreiche Pflanze traditionell für grüne Soße zu Fisch und Hammelbraten und in Kräutersuppen, die nach dem langen Winter wieder Kraft und Vitamine bringen sollten. Die scharfen Samenkörnchen, dienten als Pfefferersatz, man machte auch Senf daraus.

 

Zur persönlichen Gesunderhaltung kann die blutreinigende und verdauungsfördernde Wirkung der Knoblauchsrauke auch heute noch sehr gut für eine Frühjahrskur genutzt werden. In jüngster Zeit entdeckt man die Qualitäten der Knoblauchsrauke wieder, gerade von Kräuterkennern und in der gehobenen Küche, setzt man sie gerne und gezielt ein.


Was ist drin? Die Blätter sind reich an Provitamin A und enthalten viel Vitamin C, Zuckerstoffe, Saponine, Knoblauchöl, ätherisches Öl, Senföl-Glykoside, geringe Mengen an blutdruckausgleichenden Glycosiden, Mineralstoffe. Die Knoblauchsrauke wirkt antiseptisch, leicht harntreibend und schleimlösend.

Sie passen wunderbar zu Salat, am besten zusammen mit anderen Wildkräutern, z.B. mit der Vogelmiere und Giersch.


Wo hilft sie? Die Knoblauchsrauke wirkt antiseptisch, leicht harntreibend, leicht wundheilend und schleimlösend. Sie spilet heutzutage kaum eine Rolle in der Heilkunde, da es weit wirksamere Präparate gibt. Dennoch kann die pflanze eingesetzt werden bei Erkältungsbeschwerden, zur besseren Wundheilung, bei rheumatischen Beschwerden, Gicht, Entzündungen im Mund- und Rachenraum und des Zahnfleischs, bei Verdauungsstörungen. Achtung: Nebenwirkungen sind keine bekannt. Bei Neigung zu Allergien Vorsicht walten lassen!


Wie essen? Mit ihrem Knoblauchartigen bis pfeffrigen Geschmack (pfeffrig vorwiegend in den Samen), passt die Knoblauchsaruke wunderbar zu Salat, am besten zusammen mit anderen Wildkräutern, z.B. mit der Vogelmiere und Giersch. Auch Kräuterbutter oder Pesto, daraus zubereitet schmecken köstlich. Blatt, Blüte und die Samen eignen sich wunderbar, um einen scharf-würzigen Essig oder ein Würz-Öl herzustellen, das dem Salat einen pfiffigen Geschmack verleiht. Da sich der knoblauchartige Geschmack beim Kochen leicht verflüchtigt, gibt man das frische, sehr fein geschnittenen Blattgrün am besten erst vor dem Servieren gekochter Speisen hinzu. Am intensivsten im Geschmack sind die Grundblätter der Pflanze, die sie  im 1. Jahr austreibt.  Die Blüten sind eine hübsche, ebenfalls schmackhaft-würzige Dekoration auf dem Salat, etc. In England werden die jungen Blätter der Knoblauchsrauke übrigens nach wie vor gerne für Sandwichfüllungen verwendet.


Wo zu finden und wie zu erkennen? Die Pflanze kommt vorwiegend in Laubwäldern in ganz Mitteleuropa vor, da sie aber zwischenzeitlich so gut wie jeden halbschattigen Wegrand und Hecken bevölkert, kursiert in Fachkreisen die Annahme, dass es sich hierbei auch um Überreste früheren Anbaus handeln könnte. Eine Besonderheit der Pflanze ist die Absonderung eines Wurzel-Sekrets, um so andere Pflanzen fernzuhalten. Auch aus diesem Grund findet man sie oft in großen Horsten.


Die Knoblauchsrauke ist zwei- bis mehrjährig. Die Pflanze entwickelt im 1. Jahr lediglich nierenförmige, buchtig-gezähnte und lang gestielte Grundblätter. Im zweiten Jahr erreicht sie eine Höhe von 20–80 cm mit aufrechtem und kantigem Stängel. Die oberen Blätter sind dreieckig-herzförmig mit unregelmäßig gezähntem Rand. Sie blüht von April–Juni in weißen, doldig aussehenden, endständigen Trauben mit vierblättrigem Blütenstand. Später bilden sich 5-7 cm lange Schoten mit einreihig angeordneten schwarzen Samen.

 

Verwechslungen sind möglich mit Brennnesselarten (Urtica dioica / Urtica urens) Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), Gundermann (Glechoma hederacea) und Veilchen (Viola odorata, etc.), die aber alle essbar sind. Einzige Ausnahme bildet die Europäische Haselwurz (Asarum europaeum), aber schon am Griff ist der deutliche Unterschied zu erkenn. Die Blätter der Europäischen Haselwurz sind ledrig-fest und riechen kampferartig.

 

Knoblauchsrauken-Butter


Zutaten: 100 g wachsweiche Butter, 2 Handvoll Knoblauchsraukenblätter, Salz, Pfeffer. Optional Gartenkräuter zugeben.

 

So gehts: Die Butter mit den sehr fein geschnittenen Knräutern und den Gewürzen mit Hilfe einer Gabel unter die Butter ziehen und für mind. 2 Stunden ziehen lassen. Abschmecken, fertig!

 

Die Knoblauchrauken-Butter ist ein köstlich-gesunder Brotaufstrich oder eine Beilage zu Grill- und Pfannengerichten.

Tipp: Die Kräuterbutter lässt sich auch wunderbar portionsweise einfrieren.

Und nun wünsche ich Dir viel Spaß beim Lesen und Ausprobieren!


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Mit den besten Grüßen

Christine

Zu den Quellenangaben gehts HIER

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CHRISTINE GARIBASCH